23.03.2021

Regionale Wirtschaft weiter ausgebremst

Zu Ostern und bis weit in den April gibt es auch nach den gestrigen Bund-Länder-Beschlüssen wieder keine planbare Perspektive für Handel, Tourismus, Hotellerie, Gastronomie und Kulturwirtschaft. Die Hoffnungen auf einen Strategiewechsel bei den Corona-Auflagen für die Wirtschaft mit kurzfristig möglichen Öffnungsschritten wurden gestern Nacht weitestgehend ausgebremst.
„Die Betriebe stehen branchenübergreifend mit fertigen Hygienekonzepten in den Startlöchern und warten seit Monaten auf eine Öffnungsperspektive, die ihnen einen Weg aus der Krise ermöglicht“, sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hannover. „Die Enttäuschung in der regionalen Wirtschaft seit heute Nacht sitzt tief. Wieder verlieren die Betriebe durch fortgeschriebene Lockdowns und Notbremsen wertvolle Zeit für den Neustart, die sie bei wachsenden wirtschaftlichen Schäden oftmals nicht mehr haben, vielen Betrieben geht gerade die Luft aus.“ Die durch den Lockdown hart getroffenen Unternehmen brauchen dringend eine Perspektive und ganz akut eine schnelle finanzielle Unterstützung für ihr wirtschaftliches Überleben. Die auf dem Bund-Länder-Gipfel angekündigten zusätzlichen Hilfen müssen aber auch unkompliziert bei den Betrieben ankommen.
Die gestrigen Beschlüsse werfen aber auch teils mehr Fragen auf, als Antworten zu geben: in der IHK-Hotline ist insbesondere die gestern von der Politik beschlossene Ruhetagsregelung ein Dauerbrenner verunsicherter Unternehmen aus der gesamten IHK-Region. Hier steht die Politik jetzt in der dringenden Pflicht, schnell für Klarheit zu sorgen.
IHK Hannover und die Landeshauptstadt haben in der letzten Woche für Hannover ein Konzept entwickelt, um gemeinsam mit der Region, Handelsverbänden und DEHOGA in einem Modellprojekt mit Testkonzepten und digitalen Lösungen in der Stadt sichere Zonen für Einkauf, Freizeit und Gastronomie zu schaffen. „Die aktuellen Bund-Länder-Beschlüsse geben Niedersachsen den Spielraum für solche Modellprojekte und wir erhoffen uns jetzt vom Land, dass unser hannoversches Modell schnellstmöglich an den Start gehen kann“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt. Mit den in Hannover gewonnenen Erfahrungswerten können dann in ganz Niedersachsen flächendeckend Öffnungskonzepte umgesetzt werden.