24.02.2021

IHK Hannover fordert einheitlichen Fahrplan für Öffnungen

Im Vorfeld der nächsten Bund-Länder-Konferenz am 3. März fordert die IHK Hannover von der Politik dringend einen Fahrplan für das Wiederhochfahren der Wirtschaft. Dieser sollte zeitnah starten und bundesweit auf einheitlichen und nachvollziehbaren Regeln basieren.
„Wir unterstützen eine mögliche Öffnungsstrategie, die sich von dem Inzidenzwert als alleinigem Maßstab löst und insbesondere im Wirtschaftsleben durch den Dreiklang von Impfungen und verstärkten Testmöglichkeiten in Kombination mit bestehenden Hygienekonzepten schnellere Öffnungen zulassen würde“, sagt Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Hannover. “Die letzten zwölf Monate mit ihren teilweise massiven Einschränkungen haben tiefe Spuren hinterlassen. Für viele Betriebe ist eine Öffnungsperspektive im Frühjahr bereits eine Überlebensfrage“.
Mitte Dezember wurden etwa die meisten Einzelhandelsbetriebe erneut geschlossen. Und das mitten im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft. Seitdem haben die Betriebe so gut wie keine Einnahmen bei weiter laufenden fixen Kosten. Betriebe, die über Click & Collect weiter verkaufen, erreichen maximal 20 Prozent ihres früheren Umsatzes.
In Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Bremen ist derzeit in Planung, das sogenannte „Private-Shopping“ ab März zu erlauben. Dabei treffen sich Kunde und Verkäufer zum personalisierten Einkauf mit einem 1:1 Kontakt im Ladengeschäft nach vorheriger Terminvereinbarung und unter Beachtung aller Hygieneanforderungen.
„Die Zulassung von Private-Shopping war in den letzten Wochen auch ein dringender Wunsch unserer Einzelhändler an die Politik in Land und Bund. Umso größer sind hier jetzt Wut und Enttäuschung über die drohende ungleiche Behandlung über direkte Ländergrenzen“, sagt Maike Bielfeldt. Die IHK appelliert an die niedersächsische Landesregierung, Öffnungsschritte für die Wirtschaft möglichst bundeseinheitlich, aber mindestens koordiniert mit den direkten Nachbarländern anzugehen und das Private-Shopping im Einzelhandel zügig zuzulassen.

Für die regionale Wirtschaft geht es insgesamt darum, eine verlässliche Planungsgrundlage dafür zu bekommen, wie es nach dem 7. März und in den kommenden Monaten weitergehen soll: mit einem bundesweit einheitlichen Stufenplan mit nachvollziehbaren Kriterien und Regeln für die Unternehmen. Besonders betroffen sind neben dem Handel insbesondere Gastronomie, Hotellerie, Tourismus, Veranstalter, Freizeit- und Kulturwirtschaft sowie viele sogenannte „personennahe Dienstleistungsbetriebe“, die mittlerweile seit vier Monaten im zweiten Lockdown stehen.
„Mit klaren Hygienekonzepten und dem gezielten Einsatz von digitalen Lösungen sollte das Wiederhochfahren von Betrieben zügig möglich sein“ sagt Maike Bielfeldt. Die Unternehmen haben bereits viel Zeit, Energie und auch Geld in funktionierende Hygienekonzepte investiert. Darauf kann jetzt gut aufgesetzt werden. Weitere Schnelltests sollten vom Bund zügig zugelassen werden und könnten dann je nach Verfügbarkeit und Preis überall dort wo Menschen geschäftlich zusammen kommen eine sinnvolle Ergänzung bestehender Hygienekonzepte sein. Digitale Tools wie Ticket- und Registrierungssysteme oder auch ein temporärer digitaler Pass bei negativem Schnelltest können die Sicherheit und Nachverfolgbarkeit im Kundenkontakt weiter erhöhen.
„Wir müssen die Wiederbelebung unserer Städte zeitnah angehen, sonst droht hier der Verlust wichtiger Strukturen in Handel, Gastronomie und im Freizeitbereich und damit ein gefährlicher Aderlass insbesondere in den Innenstädten“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Bielfeldt.