24.02.2021

Brexit torpediert Versandhandel und Kundenservice

Die ersten acht Wochen mit neuen Regeln im niedersächsisch-britischen Handel zeigen deutlich, wo Unternehmen und Geschäftsmodelle an ihre Grenzen kommen. Große Probleme bereiten mittlerweile die für Drittländer greifenden zoll- und steuerrechtlichen Anforderungen sowie die hier geltende eingeschränkte Personenfreizügigkeit.
„Insbesondere im Versandhandel führt dies zu höheren Kosten und aufwändigeren Verfahren, da Lieferungen nun als Ausfuhren gelten. Gestiegene Kosten für Logistik und Abgaben führen dazu, dass sich für viele kleinere Händler das Geschäft mit Kunden in Großbritannien nicht mehr lohnt“, sagt Tilman Brunner, Leiter International bei der IHK Hannover.
Das Handels- und Kooperationsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich zielt in erster Linie darauf ab, Zollfreiheit im Warenhandel zu garantieren. Andere Abgaben wie zum Beispiel Einfuhrumsatz- oder Verbrauchssteuern fallen weiter an und erfordern Kenntnisse über Melde- oder Registrierungsverfahren und notwendige Dokumentation, sowohl im Vereinigten Königreich als auch bei den deutschen Zollbehörden.
Reparatur in Bristol, Inbetriebnahme in Birmingham, Messestandbau in London und das alles ohne Visum oder Reisepass: Diese Zeiten sind vorbei! Zwar gibt es besondere Vereinbarungen für erleichterte Einreisen und Aufenthalte für bestimmte Dienstleistungserbringer, diese sind aber eng definiert. Der visumfreie Service für britische Kunden vor Ort ist nur noch in einem eng gesetzten Rahmen überhaupt möglich.
Tipps rund um Geschäftsreisen und berufliche Aufenthalte in Großbritannien gibt die IHK Hannover am Dienstag, den 9. März ab 10 Uhr in einem kostenfreien Webinar der IHK-Reihe Brexit konkret! 
Ansprechpartner: Tonio Boer, Tel. 0511-3107-501,
E-Mail: mailto: boer@hannover.ihk.de