10.02.2021

Ausbildungsangebot 2021 wächst - IHK Hannover startet neues Projekt zur Besetzung

Trotz der Schwierigkeiten in vielen Branchen durch die Corona-Krise bleibt die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Bereich der IHK Hannover weiter hoch. Mehr als 60 Prozent der IHK-Ausbildungsbetriebe haben ihr Engagement für das kommende Ausbildungsjahr 2021/2022 bereits geplant und wollen durchschnittlich sogar 10 Prozent mehr Ausbildungsplätze anbieten als im Vorjahr. So das zentrale regionale Ergebnis einer aktuellen landesweiten Ausbildungsumfrage, an der sich über 500 Betriebe der IHK Hannover beteiligt haben.
„Die Unternehmen planen jetzt für die Zeit nach der Pandemie, im Wissen, dass wir mittelfristig auf einen Fachkräftemangel in der Region zusteuern und der Nachwuchs frühzeitig ausgebildet und an den Betrieb gebunden werden muss“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt. „Es wird für die Betriebe aber immer schwerer, passenden Nachwuchs für ihre Ausbildungsplätze zu finden, und das hat sich in der Corona-Zeit noch einmal deutlich verschärft.“  
Der andauernde Lockdown hat nicht nur Branchen wie Handel, Freizeitwirtschaft und Gastronomie wirtschaftlich hart getroffen, sondern bringt über alle Wirtschaftsbereiche große Probleme bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen mit sich: laut Ausbildungsumfrage klagen 42 Prozent der Betriebe über fehlenden Zugang zu Bewerbern und 40 Prozent der Betriebe bemängeln die mangelnde Berufsorientierung an Schulen durch die Corona-Beschränkungen.
Praktika in den Betrieben finden jetzt seit fast einem Jahr quasi nicht mehr statt und das wird auch bis Ostern noch so bleiben. Mit digitalen Azubi-Speed-Datings und digitalen Ausbildungsbotschaftern in den Schulen hat die IHK Hannover daher neue Angebote gestartet und auch das Info-Angebot über Youtube und Social-Media-Kanäle im letzten Jahr deutlich ausgeweitet.
Aktuell hat die IHK Hannover zusätzlich das neue Projekt „Passgenaue Besetzung“ gestartet. Das Berater-Team der IHK ermittelt im persönlichen Gespräch mit den Betrieben ihren Ausbildungsbedarf und die Anforderungsprofile für den betrieblichen Nachwuchs. Im Netzwerk der IHK mit den regionalen Schulen und in Kooperation mit weiteren Partnern der Berufsorientierung werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten ermittelt. „Der Ausbildungsbetrieb soll in dem neuen IHK-Projekt einen möglichst passgenauen Vorschlag bekommen, mit dem klaren Ziel Abschluss eines Ausbildungsvertrages“, sagt Prof. Dr. Günter Hirth, Leiter der Berufsbildung bei der IHK Hannover. Mehr
Informationen zum Projekt gibt es auf der IHK-Website unter: 
www.hannover.ihk.de/passgenau

Der Corona-Lockdown an den Schulen hat deutlich gemacht, wie wichtig digitale Angebote an den Berufsschulen für die Ausbildung sind. In der aktuellen Ausbildungsumfrage bewerteten die Betriebe das bestehende Angebot der Berufsschulen auf einer Skala von 1 bis 5 mit 2,9 bei den verfügbaren Lernplattformen und Blended-Learning-Angeboten, mit 3,1 bei der Umsetzung des digitalen Unterrichts durch die Lehrkräfte und mit 3,2 bei der Qualität der digitalen Lernmaterialien und des Distanzunterrichts. Und auch bei der Kommunikation gibt es noch Luft nach oben: Über 60 Prozent der Betriebe wünschen sich eine bessere und auch mehr Kommunikation zwischen Berufsschule und Betrieb.