Wechsel der Bewertungsmethode bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte möglich

Wird ein Dienstwagen zur dauerhaften Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte überlassen, so muss dieser geldwerte Vorteil versteuert werden. Die hierfür gewählte Bewertungsmethode (Einzelbewertung oder 0,03 Prozent-Regel) kann grundsätzlich rückwirkend geändert werden, so das Finanzministerium Schleswig-Holstein in einer Kurzinformation. Damit entspricht es einem Beschluss der obersten Behörden der Finanzverwaltung von Bund und Ländern.                                   
Bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils kann der Arbeitgeber zwischen einer Einzelbewertung mit 0,002 Prozent vom Bruttolistenpreis oder der Pauschalregelung mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis wählen. Bei Wahl der 0,03 Prozent-Regel findet diese auch Anwendung für volle Kalendermonate, in denen das Fahrzeug tatsächlich nicht für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt wird. Dies kann zum Beispiel bei dauerhaften Arbeiten im Homeoffice vorliegen.
Die Methode (Anwendung der 0,03 Prozent-Regelung oder Einzelbewertung) darf während des Kalenderjahres nur einheitlich angewendet werden. So findet sich die Regelung auch im Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) vom 4. April 2018.
Die Lohnsteuerreferatsleiter haben nun beschlossen und klargestellt, dass eine rückwirkende Änderung des Lohnsteuerabzugs (Wechsel von der 0,03 Prozent-Regelung zur Einzelbewertung oder umgekehrt für das gesamte Kalenderjahr) jedoch grundsätzlich möglich ist.
Dies bedeutet, wenn der Arbeitgeber zunächst mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis abrechnet, der Arbeitnehmer aber die einzelnen Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte aufzeichnet und nachweisen kann, ist eine rückwirkende Korrektur für das gesamte Jahr auf 0,002 Prozent-Regelung möglich. Es ist dann eine Rückrechnung vorzunehmen. Der Arbeitgeber muss dann aber das gesamte Jahr mit der Einzelbewertung abrechnen. Ein unterschiedlicher Ansatz der Bewertungsmethoden für die jeweiligen Monate ist nicht möglich. Der Arbeitnehmer muss die einzelnen Fahrten im Rahmen der Einzelbewertung dokumentieren und aufzeichnen. Diese müssen zum Lohnkonto genommen werden.
Das BMF-Schreiben vom 4. April 2018 wird nicht geändert. Die Ausführungen stellen lediglich eine Auslegung dar. Es ist davon auszugehen, dass auch andere Länder diese Auslegung veröffentlichen.