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Auslandsgeschäftsreisen während Corona: IHK-Checkliste

Nachfolgende Checkliste soll niedersächsische Unternehmen dabei unterstützen, nicht-verschiebbare Dienst- und Geschäftsreisen (zu denen auch Entsendungen zählen) während der Corona-Pandemie durchzuführen:
  1. Ist die Reise absolut notwendig oder gibt es andere Möglichkeiten den Auftrag auszuführen (zum Beispiel virtuelles Meeting)?
  2. Welche Pflichten haben Arbeitgeber in dieser besonderen Situation?
  3. Gehört der Mitarbeiter zur einer Risikogruppe nach Definition des RKI?
  4. Gibt es Reisemöglichkeiten in das Land und auch wieder zurück? Wie sieht der Transport im Zielland aus?
  5. Ist eine Einreise in das Land momentan für Geschäftsreisende überhaupt möglich? Wenn ja, müssen triftige Gründe nachgewiesen werden? Wie und wo muss der Nachweis erbracht werden? Informationen dazu gibt es:
    - Auf den Länderseiten des Auswärtigen Amtes
    - Auf der IATA-Sonderseite zu Einreisemöglichkeiten in alle Länder
    - Auf den COVID 19- Sonderseiten der Deutschen Auslandshandelskammern (AHK) in den jeweiligen Zielländern
    - Bei Re-Open Europa zu den momentanen Einreiseregeln der EU-Länder
    - Auf den Internetseiten der für die Corona-Pandemie zuständigen Behörden im Zielland. Tipps für Suchmaschinenanfrage: „Corona“ oder „Covid“ plus Name des Landes auf Englisch. Offizielle Behördenseiten sind eindeutig gekennzeichnet, im Zweifel können das Impressum (Imprint) bzw. die Kategorien „About“ oder „Contact“ helfen den Urheber des Internetangebots ausfindig machen zu können.
    - Für Mitgliedsunternehmen der IHK Hannover: bei den Länderreferenten der IHK Hannover.
  6. Welche Schritte zur Durchführung von Mitarbeiterentsendungen müssen eingehalten werden die auch ohne Corona gelten, Stichworte sind hier: A1-Bescheinigung, Entsendemeldung bei den Behörden des Ziellandes, Einhaltung der im Zielland gültigen Tariflöhne, mitzuführende Dokumente und Nachweise.
  7. Ist der Mitarbeiter ausreichend kranken-, haftpflicht- und unfallversichert, greifen die Versicherungen auch bei Pandemien sowie bei Einreisen in RKI-Risikoländer bzw. Länder für die das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat?
  8. Welche Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie muss ich im Zielland beachten? Gilt eine Masken- oder Abstandspflicht? Darf die Unterkunft überhaupt verlassen werden? Wie ist die Versorgung geregelt? Welche Regeln gelten in zu besuchenden Betrieben? Wo muss sich der Mitarbeiter melden, wenn COVID-19 Symptome auftreten? Informationen: Siehe Punkt 5 (5)
  9. Welche Rückholmöglichkeiten bei medizinischen Notfällen oder bei einer Einstellung des kommerziellen Reiseverkehrs gibt es? Wie ist die medizinische Versorgung vor Ort allgemein und insbesondere für Corona-Fälle? Wer ist der/die zuständige/r Regionalarzt/Regionalärztin bei der deutschen Auslandsvertretung? Stellt die Deutsche Botschaft eine Liste deutschsprachiger Ärzte zur Verfügung?
    - Informationen zum Versicherungsschutz sind in den Versicherungsbedingungen nachzulesen.
    - Informationen zur medizinischen Versorgung sind in den Länderseiten des Auswärtigen Amtes sowie auf den Seiten der entsprechenden Deutschen Botschaft vor Ort enthalten.
  10. Gilt bei Rückreise eine Quarantänepflicht in Niedersachsen? Wie und wo muss die Quarantäne angemeldet werden? Wird ein negativer Coronatest aus dem entsprechenden Land in Deutschland akzeptiert um die Quarantänepflicht zu umgehen? Oder kann bzw. muss der Test direkt bei Ankunft am Bahnhof oder Flughafen bzw. an der Grenze durchgeführt werden? Wo gibt es weitere Testmöglichkeiten, z. B. an speziellen Corona-Testzentren die für alle offen sind?
  11. Informationen zu verpflichtenden und freiwilligen Coronatests bei der Einreise stehen auch auf einer Sonderseite des Bundesgesundheitsministeriums.
  12. Haben Arbeitgeber einen Erstattungsanspruch wenn der Arbeitnehmer in Quarantäne muss?
  13. Abgesehen von der momentanen Gefährdungslage auf Dienstreisen durch die Corona-Pandemie, sollten Unternehmen bei Reisen in die Tropen, Subtropen, oder klimatisch oder infektiologisch herausfordernde Ländern eine Gefährdungsbeurteilung im Rahmen ihrer Pflichtvorsorge durchführen. Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) und der Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) bieten in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin in Mainz und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf mit dem Planungstool RABiT (RiskAssessment for Business Travel) eine Checkliste zur Online-Gefährdungsbeurteilung für beruflich Reisende an.