Gründung, Sicherung, Nachfolge

Tipps zur Vermeidung von Forderungsausfällen

Forderungsverluste belasten die Liquidität des Unternehmens und können schlimmstenfalls die Existenz bedrohen. Ein zielgerichtetes Forderungsmanagement ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Ausfallrisiken, spart Kosten und verbessert die Liquidität.

Das Unternehmensportal des Bundeswirtschaftsministeriums hat zehn Tipps für ein erfolgreiches Forderungsmanagement zusammengestellt und bietet zudem eine Praxishilfe zum Durchsetzen von Forderungen sowie eine Übersicht zur Bonitätsprüfung:
1. Bonität der Kunden überprüfen 
Vor dem Abschluss von Lieferverträgen sollte die Bonität des Kunden geprüft werden. Räumen Sie keinen Kredit ein, wenn der Kunde zahlungsunfähig ist. Bonitätsauskünfte sind bei verschiedenen Wirtschaftsauskunfteien erhältlich.
2. Zahlungsziele mit Bedacht einräumen
Ein schneller Geldeingang kann durch entsprechende Anreize wie Skonto erreicht werden. Die Zahlungsziele sollten jedoch branchenüblich sein. Verkaufen Sie Ihre Leistung nicht über großzügige oder branchenunübliche Zahlungsziele. Für die Absicherung größerer Kreditbeträge empfehlen sich zum Beispiel Bankbürgschaften. Eigene durch den Lieferantenkredit entstehende Kosten sind beim Angebotspreis zu berücksichtigen. 
3. Rechnungen zügig stellen
Die Forderung sollte unverzüglich in Rechnung gestellt werden, wenn die vereinbarte Leistung erbracht wurde. Dabei ist Genauigkeit erforderlich: Jede Ungenauigkeit, jeder Fehler in der Rechnung kann vom Kunden dazu genutzt werden, die Zahlung hinauszuschieben oder zu verweigern. 
4. Zahlungseingänge überwachen
Zahlungsbeträge und -termine müssen genau überwacht werden. Liefert man selbst pünktlich, so sollte auch vom Kunden die pünktliche Zahlung verlangt werden. 
5. Ein- und Auszahlungen planen
Säumige Zahler können die eigene Existenz gefährden. Die Finanzen sollten daher vorsichtig geplant und entsprechend auch Verzögerungen kalkuliert werden. Daher ist die durchschnittliche Zahlungsfrist der eigenen Forderungen zu ermitteln und bei der Planung zu berücksichtigen. 
6. Forderungen finanzieren
Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Hausbank zu sprechen, wie mögliche Außenstände finanziert werden können, bevor die eingeräumte Kreditlinie voll ausgeschöpft wird. Wenn man sich in Zahlungsschwierigkeiten befindet, wird das Einräumen "frischer" Kreditlinien schwierig. 
7. Externe Hilfe nutzen
Wenn die Mahnungen nicht erfolgreich sind, sollte man externe Hilfe in Anspruch nehmen. Dies sollte gegenüber dem Kunden offen kommuniziert werden. Zahlt der Kunde daraufhin noch immer nicht, sollte ein professionelles Inkassoinstitut mit dem Einfordern offener Beträge beauftragt werden.

8. Abschlagszahlungen fordern
Das Forderungssicherungsgesetz stärkt die Rechte von Unternehmern gegenüber zahlungsunwilligen Kunden. Beim Erbringen von Werksleistungen können demzufolge Abschlagszahlungen vom Kunden gefordert werden. Für die Höhe der Abschläge ist der Wertzuwachs ausschlaggebend, den der Kunde durch die erbrachte Leistung erlangt hat.

9. Bauhandwerker schützen
Auch der Subunternehmer wird durch das Forderungssicherungsgesetz gegenüber dem Bauträger geschützt. Die Vergütung des Bauhandwerkers wird bereits nach Abnahme der Leistung durch den Bauherrn fällig. Eine gesonderte Abnahme der Leistung durch den Generalunternehmer ist nicht erforderlich.

10. Absicherung durch Warenkreditversicherung
Eine Warenkreditversicherung sichert das Unternehmen gegen das Risiko eines Forderungsausfalls ab. Im Versicherungsfall ersetzt die Versicherung den beim Warenlieferer eingetretenen Vermögensschaden. Meist wird eine Selbstbeteiligung des Versicherungsnehmers vereinbart. 
Tipp:
Umfassende Informationen über die richtige Organisation und mögliche Verfahren des Forderungsmanagements werden im IHK-Seminar  "Forderungsmanagement" am 23. November 2021 von 13.00 bis 17.30 Uhr vermittelt.