Gründung, Sicherung, Nachfolge

Zuschüsse

Überblick Zuschüsse

Zuschüsse können dazu beitragen, betriebliche Ziele zu erreichen und Projekte zu finanzieren. Da Zuschüsse grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden müssen, sind sie sehr lukrativ, aber auch entsprechend rar gesät. An dieser Stelle wird ein Überblick gegeben, welche Zuschüsse in Niedersachsen für Gründungsvorhaben und Vorhaben etablierter Unternehmen in Frage kommen.

Einzelbetriebliche Investitionsförderung (GRW)

Die „Einzelbetriebliche Investitionsförderung“ aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) hat das Ziel, Unternehmen in strukturschwachen Regionen zu fördern. Allerdings wird ein Zuschuss nur bei Gründungsvorhaben sowie bei Wachstumsvorhaben von KMU mit einem überwiegend überregionalem Absatz gewährt, die zudem bestimmten Qualitätskriterien – hier spielt u. a. die Zahl der geschaffenen Dauerarbeitsplätze eine zentrale Rolle – gerecht werden.
Als Fördergebiete sind im Gebiet der IHK Hannover aktuell die Landkreise/ kreisfreien Städte Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden, Northeim, Göttingen und der ehemalige Landkreis Osterode ausgewiesen. Dort kann grundsätzlich ein Zuschuss von bis zu 25% gewährt werden.
Zu den förderfähigen Investitionen gehören:
  • Errichtung einer Betriebsstätte
  • Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte
  • Diversifizierung der Produktion einer Betriebsstätte in neue, zusätzliche Produkte
  • Grundlegende Änderung des Gesamtproduktionsverfahrens einer bestehenden Betriebsstätte
  • Übernahme einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte
Welche Voraussetzungen zu erfüllen sind und wie die Antragstellung erfolgt, wird auf der Internetseite der NBank erläutert:
Eine Kombination der Einzelbetrieblichen Investitionsförderung mit Förderdarlehen ist grundsätzlich  möglich. Als Ergänzung können Unternehmen beispielsweise mit dem ERP-Regionalförderprogramm der KfW besonders günstige Darlehen bekommen. 
Zuschüsse der Agentur für Arbeit bzw. der Grundsicherungsstellen
Wer sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbständig macht, kann unter bestimmten Bedingungen einen Zuschuss erhalten. Der Gründungszuschuss richtet sich an Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) I, das Einstiegsgeld an Bezieher von Arbeitslosengeld II. Bei Neueinstellungen von Arbeitslosen können zudem unter bestimmten Voraussetzungen sogenannte Eingliederungszuschüsse gewährt werden.

Gründungszuschuss

Mit dem Gründungszuschuss können Gründerinnen und Gründern, die aus der Arbeitslosigkeit kommen, geholfen werden, die schwierige Startphase zu überbrücken.
Der Gründungszuschuss besteht aus zwei Phasen: In der ersten Phase kann dem Gründer sechs Monate lang das Arbeitslosengeld fortgezahlt werden. Hinzu kommt eine monatliche Pauschale von 300 €. Nach Ablauf dieser sechs Monate kann dann (auf Antrag) für weitere neun Monate nur noch die Pauschale von 300 € monatlich ausgezahlt werden. Insgesamt beträgt der Förderzeitraum damit 15 Monate. Die Förderung liegt im Ermessen der Arbeitsagenturen.
Um den Gründungszuschuss zu erhalten, muss eine fachkundige Stelle (z. B. die IHK) bestätigen, dass das Vorhaben Aussicht auf Erfolg hat. Ein aussage­kräftiger Businessplan ist daher stets zu erstellen. Darüber hinaus müssen Arbeitslose bei Antragstellung noch einen Restanspruch von mindestens 150 Tagen ALG I haben.
Auch Empfängerinnen und Empfänger von ALG II (Hartz IV) können bei den Grundsicherungsstellen (Jobcenter, ARGEn und Optionskommunen) eine Bezuschussung – das soge­nannte Einstiegsgeld – beantragen. Die Gewährung liegt im Ermessen des Trä­gers der Grundsicherung vor Ort; ein Anspruch auf Förderung besteht folglich nicht. Das Einstiegsgeld richtet sich nach der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Größe der Bedarfsgemeinschaft. Gefördert werden maximal 75% des Regelbedarfs. Eine Förderung bis zu 24 Monaten ist möglich, in der Regel wird das Einstiegsgeld zunächst für 12 Monate gewährt.

Eingliederungszuschuss

Die Arbeitsagentur kann sowohl Gründerinnen und Gründern als auch etablierten Unternehmen, die die Einstellung bislang Arbeitsloser planen, Eingliederungszuschüsse gewähren. Dabei gilt die Faustformel, dass die Bezuschussung umso höher ausfällt, je schwerer jemand am Arbeitsmarkt vermittelbar ist. Die Zuschüsse dienen dem Ausgleich von erwarteten Minderleistungen, die beispielsweise auf Grund einer längeren Arbeitslosigkeit, einer Behinderung, einer geringen Qualifikation oder des Alters bestehen können. Allein die Arbeitslosigkeit der künftigen Arbeitnehmerin bzw. des künftigen Arbeitnehmers stellt jedoch keinen hinreichenden Grund für eine Förderung dar. Entscheidend ist vielmehr das Vorliegen von Vermittlungshemmnissen, die einen konkreten Wettbewerbsnachteil für den Betroffenen bedeuten.

Zuschüsse zur Unternehmensberatung

Mit dem Förderprogramm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ können sich Jungunternehmen, Bestandsunternehmen sowie Unternehmen in Schwierigkeiten anteilig die Kosten für eine Unternehmensberatung erstatten lassen. Die ausgewählte Beraterin bzw. der ausgewählte Berater müssen ihren überwiegenden Geschäftszweck im jeweiligen Beratungsbereich haben – und gegenüber dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle die erforderliche Beratungsqualität nachgewiesen haben. 
Die IHK Hannover unterstützt ihre Mitgliedsunternehmen bei der Antragstellung als Regionalpartner. Die Anträge sind direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu stellen:

Beratungsförderung für junge Unternehmen

Jungunternehmen, die ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben und nicht länger als zwei Jahre am Markt sind, können mit Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen gefördert werden. Dabei werden im Gebiet der IHK Hannover Beratungskosten bis zu einer Höhe von 4.000 Euro mit 50 % gefördert – sprich der maximale Zuschuss beträgt 2.000 Euro. Antragstellende können dabei zur Ausschöpfung der maximal förderfähigen Beratungskosten ggf. auch mehrere Anträge auf Förderung stellen.
Jungunternehmen, die einen Förderzuschuss für eine Unternehmensberatung beantragen möchten, müssen vor der Antragstellung ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner – zum Beispiel der IHK Hannover - führen.

Beratungsförderung für Bestandsunternehmen

Unternehmen, die ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben und länger als zwei Jahre am Markt sind, können mit Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen gefördert werden. Dabei werden im Gebiet der IHK Hannover  Beratungskosten bis zu einer Höhe von 3.000 Euro mit 50 % gefördert – sprich der maximale Zuschuss beträgt 1.500 Euro. Antragstellende können dabei zur Ausschöpfung der maximal förderfähigen Beratungskosten ggf. auch mehrere Anträge auf Förderung stellen.
Ein persönliches Gespräch mit einem Regionalpartner vor der Antragstellung ist freiwillig. 

Beratungsförderung für Unternehmen in Schwierigkeiten

Unternehmen, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden und ihren Sitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, können – unabhängig vom Unternehmensalter – eine Förderung für eine Unternehmenssicherungsberatung zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Zusätzlich können sie in einer Folgeberatung zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung Zuschüsse zu den Beratungskosten erhalten.

Dabei werden - sowohl für die Unternehmenssicherungsberatung als auch für die Folgeberatung -  jeweils Beratungskosten bis zu einer Höhe von 3.000 Euro mit 90 % gefördert – sprich der maximale Zuschuss beträgt in beiden Fällen 2.700 Euro. Antragstellende können dabei zur Ausschöpfung der maximal förderfähigen Beratungskosten ggf. auch mehrere Anträge auf Förderung stellen.

Unternehmen in Schwierigkeiten, die einen Förderzuschuss für eine Unternehmensberatung beantragen möchten, müssen vor der Antragstellung ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner – zum Beispiel der IHK Hannover - führen.
Die ausgewählte Beraterin bzw. der ausgewählte Berater müssen in jeder der genannten Varianten der Beratungsförderung ihren überwiegenden Geschäftszweck im jeweiligen Beratungsbereich haben. Zudem muss gegenüber dem BAFA die erforderliche Beratungsqualität nachgewiesen worden sein.
Beratungsförderung: Informationsgespräch bei der IHK Hannover
Vereinbaren Sie einen Termin mit einer Ansprechpartnerin bzw. einem Ansprechpartner Ihrer IHK Hannover:
Weiterführende Informationen zur Beratungsförderung