Gründung, Sicherung, Nachfolge

Bankgespräche

Kreditwürdigkeitsprüfung

Das Kreditinstitut wird im Rahmen einer Kreditwürdigkeitsprüfung analysieren, ob Sie und Ihr Vorhaben die Gewähr für eine ordnungsgemäße Rückzahlung und Erfüllung der Verbindlichkeiten bieten.

Persönliche Kreditwürdigkeit

Ihre persönliche Kreditwürdigkeit ist gegeben, wenn Sie aufgrund Ihrer Zuverlässigkeit, Ihrer beruflichen und fachlichen Qualifikation und Ihrer unternehmerischen Fähigkeiten Vertrauen verdienen. Sie sollten daher:
a) persönlich überzeugen
Für einen gute Unternehmerin und einen guten Unternehmer sind Zielstrebigkeit und Überzeugungskraft, Durchsetzungsvermögen und Flexibilität unverzichtbare Eigenschaften. Von einem Kreditnehmenden erwartet die Bank darüber hinaus Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein. Stellen Sie diese persönlichen Eigenschaften gerade auch im Umgang mit Ihrer Bank unter Beweis.
b) kaufmännisch überzeugen
Neben den persönlichen Eigenschaften sind unternehmerisches Fachwissen und Können erforderlich. Dass Sie die Stärken und Schwächen Ihres künftigen Unternehmens kennen, Entwicklungen erklären und Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen können, sollte selbstverständlich sein. Auch die Kenntnis der eigenen finanziellen Grenzen und der aktuellen Bankkonditionen gehört dazu.
c) fachlich überzeugen
Jedes Unternehmen ist in ein wirtschaftliches Umfeld eingebettet. Konjunkturelle und branchenspezifische Entwicklungen beeinflussen daher auch Ihr Unternehmen. Die Beurteilung der Branche mit Ihren Problemen und künftigen Entwicklungschancen ist deshalb ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kreditwürdigkeitsprüfung. Informieren Sie sich daher eingehend über die allgemeine Wirtschafts- und Branchenentwicklung.

Materielle Kreditwürdigkeit

Bei der materiellen Kreditwürdigkeitsprüfung wird analysiert, ob Ihr Vorhaben eine Gewähr bietet, den Kredit überhaupt zurückzahlen zu können. Die Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit ist das Kernstück jeder Kreditbeurteilung. Bei Gründungsvorhaben wird die Entscheidung der Bank in Ermangelung anderer Unterlagen häufig auf der Grundlage einer Planungsrechnung gefällt. In der Folge benötigt die Bank von Ihnen folgende Unterlagen:
a) Gründungskonzept
Vorhabensbeschreibung (Businessplan) inkl. Investitions- und Finanzierungsplan sowie Rentabilitätsplan für mindestens drei Jahre und Liquiditätsrechnung auf monatlicher Basis.
b) Lebenslauf/beruflicher Werdegang
Darstellung der fachlichen und kaufmännischen Qualifikation sowie der persönlichen Motivation.
c) Verträge – auch in vorläufiger Form
Miet- und Pachtvertrag (ggf. Fotos, Zeichnungen), Kauf- oder Übernahmevertrag, Gesellschaftsvertrag
d) "Zahlen"
Bilanzen, aktuelle BWAs und Handelsregisterauszug, sofern es sich um eine tätige Beteiligung bzw. die Übernahme eines Unternehmens handelt.
e) Selbstauskunft 
Angaben zu aktuellen Einkünften, privatem Vermögen inkl. Kapitallebensversicherungen, Bausparverträgen, sowie privaten Verbindlichkeiten, Verpflichtungen etc.

Sicherheiten

Kredite sind Vertrauenssache. Aber allein das Vertrauen darauf, dass Sie den Kredit vereinbarungsgemäß zurückzahlen, kann die Kreditgewährung nicht rechtfertigen. Die Bestellung einer Sicherheit stellt für die Bank eine Art Garantiefunktion dar. Für die Bank sind stets folgende Fragen maßgebend:
  • Ist die in Aussicht gestellte Sicherheit gut und ausreichend?
  • Lässt sich die Sicherheit leicht vereinbaren und einfach überwachen?
  • Ist die Sicherheit schnell und ohne Schwierigkeiten zu verwerten?
Einen Überblick über die wichtigsten Kreditsicherungsmöglichkeiten finden Sie hier. Falls Sie keine ausreichenden banküblichen Sicherheiten besitzen, kann Ihnen die Niedersächsische Bürgschaftsbank mit einer Ausfallbürgschaft helfen.

Hausbankenprinzip

Wenn Sie öffentlich geförderte Darlehen oder auch Bürgschaften beantragen wollen, gilt für Sie das so genannte Hausbankenprinzip. Das heißt, den Antrag für ein gefördertes, zinsgünstiges und langfristiges Darlehen oder eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank stellen Sie nicht direkt beim Förderinstitut, sondern bei einer Sparkasse, einer Volks- und Raiffeisenbank oder einer Privatbank – und zwar bevor Sie starten. Für das von Ihnen beantragte Darlehen haftet Ihre Hausbank in der Regel gegenüber der Förderbank. Logischerweise wird sie das Risiko nicht alleine tragen wollen und Ihnen Fragen in puncto Sicherheiten und hinsichtlich Ihres Geschäftskonzeptes stellen.

Vorbereitung des Bankgesprächs

Es empfiehlt sich, die kompletten Antragsunterlagen vorab persönlich bei der zuständigen Mitarbeiterin bzw. dem zuständigen Mitarbeiter der Bank einzureichen. Eine vorherige Recherche, ob die ins Auge gefasste Bank Gründungen unterstützt, ist sinnvoll und spart Zeit und Geld. Dabei ist zu beachten, dass viele Banken ihre Gründungsabteilungen zentralisiert haben. Somit scheidet die vermeintlich zuständige Filialleitung, die aus dem Privatkundengeschäft vertraut ist, mitunter als Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner aus. Auf Basis der eingereichten Unterlagen hat die Bank dann die Möglichkeit, sich eingehend mit dem Vorhaben zu beschäftigen.
Diese Analyse des Vorhabens durch die Bank sollte nicht länger als 14 Tage dauern. Im Idealfall schließt sich ein persönliches Gespräch an, in dem alle offenen Fragen geklärt werden können. Aus Sicht der Gründenden bzw. der Unternehmerinnen und Unternehmer ist bei diesem Gespräch im ersten Schritt die Bank von dem Vorhaben zu überzeugen, so dass ein grundsätzliches Finanzierungsangebot unterbreitet wird. Erst im zweiten Schritt sollte – sofern die Bank dies nicht ohnehin bereits getan hat – auf öffentliche Finanzierungshilfen hingewiesen werden, um eine möglichst optimale Finanzierung zu erhalten. Dabei ist zu bedenken, dass es keinen Rechtsanspruch auf öffentliche Unterstützung gibt.
Um im Bankgespräch erfolgreich zu überzeugen, sollten Gründende sowie Unternehmerinnen und Unternehmer von Anfang selbstbewusst auftreten und auf die folgenden Fragen (gute) Antworten parat halten.

Fragen, auf die Sie auf jeden Fall eine (gute) Antwort parat haben sollten

  • Was ist der Gegenstand Ihres Unternehmens?
  • Möchten Sie damit eine Marktlücke besetzen?
  • Wie ist Ihre Wettbewerbssituation? Wie heben Sie sich von der Konkurrenz ab?
  • Wie sieht der Markt insgesamt aus und wie gestalten sich die Zukunftstrends?
  • Warum haben Sie sich für diesen Standort entschieden?
  • Wie hoch ist Ihr Kapitalbedarf für Investitionen und die benötigten Betriebsmittel?
  • Wie hoch werden die laufenden Kosten sein?
  • Wie finanzieren Sie diese Investitionen? Welche Eigenmittel stehen Ihnen zur Verfügung?
  • An welche öffentlichen Kredite und an welche Bankkredite haben Sie gedacht?
  • Welche Sicherheiten stehen Ihnen zur Verfügung?
  • Mit welchen Umsätzen und Erträgen rechnen Sie, und wie begründen Sie diese Zahlen?
  • Welche Branchenvergleichszahlen stehen Ihnen dabei zur Verfügung?
  • Können Sie Zinsen und Tilgungen leisten?
  • Wie viel Personal brauchen Sie und wie viel Personalkosten kommen auf Sie zu?
  • Welche rechtlichen Bestimmungen und welche Auflagen müssen Sie beachten?
  • Darüber hinaus sollten Sie zu allen wesentlichen Aspekten des Vorhabens selbst qualifiziert Auskunft geben können. Das Eingeständnis, dass das Zahlenwerk z. B. von einer Beraterin oder einem Berater erstellt worden sei und deshalb nicht detailliert erläutert werden könne, diskreditiert das gesamte Vorhaben. Letztlich ist auch die Vorbereitung der Gründung bereits harte Arbeit!