WELTWEIT 46 Niedersächsische Wirtschaft Tansania ist etwa zehn bis 15 Jahre hinter Kenia und es zählt nach wie vor zu den 30 ärmsten Ländern der Welt während Kenia den Sprung in die Gruppe der so genannten Lower Middle Income Coun tries geschafft hat mit einem pro Kopf BIP von 1492 US Dollar pro Jahr Dar essalam zählt nichtsdestotrotz zu den am schnellsten wachsenden Städten der Welt und nicht nur das Tansania regt aufgrund der immensen Gasvorkommen und anderer Rohstoffe die Fantasien aus ländischer Investoren laut Martin Böll könnte eine erfolgreiche Förderung des Gases der benötigte Game Changer für Tansania sein Doch seit Jahren kommt die Regierung mit dem Großprojekt nicht voran zu viele Interessen zu viele Akteu re zu viele Angebote Und auch kulturell ist Tansania anders als der Nachbar Ke nia ruhiger langsamer zurückhaltender beim Geschäftemachen sollte man Zeit mitbringen Und ein Ja bedeutet nicht immer Zustimmung sondern kann auch ein leises freundliches Nein bedeuten Das beobachtet man in geringerem Ausmaß auch in Kenia wobei Kenia durch die große Anzahl an Expats die durch in ternationale Organisationen und Kon zerne ins Land geströmt sind und die eigenen Fachkräfte die häufig im Aus land studiert haben mehr und mehr von westlichem Geschäftsgebaren beein flusst wird Trotzdem in beiden Ländern kommuniziert man indirekt man möch te niemanden vor den Kopf stoßen daher kommt es beim Ja auf den Tonfall die Körpersprache und dem Kontext an Im Vorteil ist wer Zeit in den Aufbau der Be ziehung investiert denn dann weiß man wo man steht und wie man die Kommuni kation zu deuten hat Das ist für Deutsche nicht immer einfach Die Beziehungsebe ne in geschäftlichem Kontext strukturiert aufbauen und pflegen das heißt Zeit in vestieren und Emotionen zeigen Aber das Credo in Subsahara Afrika lautet erst Beziehung dann Business Auf gute Beziehungen ist Verlass besonders wenn sonst nur Unsicherheit herrscht Am Ende geht es als Unterneh mer darum Chancen in neuen Märk ten auszuloten und zu entscheiden ob und wann es sinnvoll ist in den Markt einzusteigen In unserer globalisier ten schnelllebigen Wirtschaft ist es dann sinnvoll wenn kurz oder spätes tens mittelfristig Gewinne zu erzielen sind In Afrika muss man allerdings zu sätzlich langfristig denken Gewinne ma chen hier meist Jene die Afrika in ihre strategische Planung aufgenommen ha ben sich zu dem Standort bekennen und diesen systematisch fördern und aufbau en Ein Beispiel ist Volkswagen In einem der aufstrebenden Vororte Nairobis Thi ka hat VW eine kleine Produktionsstätte eröffnet Der VW Polo Vivo wird hier end montiert obwohl er kaum verkauft wird Vorrangig geht es darum einen Fuß in der Tür zu haben für die Zukunft wenn Afrika endlich kommt Ausgabe 5 Mai 2017 Gegensätze Die Straßenszene ist für Tansania ebenso typisch wie die Hochhaussilhouette Daressalams Großstädte mit jedenfalls auf den ersten Blick westlicher Prägung wechseln sich mit ländlich geprägten Regionen ab Das gilt ebenso für Kenia IN BEIDEN LÄNDERN KENIA UND TANSANIA BESTEHEN LANGFRISTIG CHANCEN FÜR UNSERE SPEZIELLEN PRODUKTE DIE GESCHÄFTSANBAHNUNG KÖNNTE AUFGRUND STRUKTURELLER VORTEILE IN KENIA JEDOCH SCHNELLER ZU ERSTEN ERFOLGEN FÜHREN TROTZ ERSTER EUPHORIE WIRD ES WOHL EHER EIN LANGSTRECKENLAUF ALS EIN SPRINT WERDEN AUSDAUER UND EIN GUTER KONTAKT ZU DEN ZUSTÄNDIGEN KAMMERN WERDEN UNERLÄSSLICH FÜR GESCHÄFTLICHE FORTSCHRITTE SEIN Delia Schinkel Fleitmann Geschäftsführerin der Labotect Labor Technik Göttingen GmbH und Teilnehmerin der niedersächsischen Delegationsreise Autor des Beitrags und Ansprechpartner für Afrika bei der IHK Hannover Tonio Boer boer hannover ihk de

Vorschau Niedersächsische Wirtschaft Mai 2017 Seite 46
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