TITELTHEMA Das neue Landes Raumordnungsprogramm Niedersachsen LROP in dem die raumplanerischen Zielsetzungen und Planungsgrundsätze für die nächsten zehn Jahre festge legt sind ist seit Mitte Februar in Kraft Es hat vor allem im Be reich des Einzelhandels für die Planer in den Kommunen und Planungsbüros sowie für Investoren planungs und ansiedlungs relevante Änderungen gebracht Durch die Neueinführung von zwei Ausnahmeregelungen bei den landesplanerischen Ansied lungsvorschriften für großflächigen Einzelhandel soll die Nahver sorgung gestärkt werden Im Vorgänger des aktuell geltenden Landes Raumordnungs programms waren dem Konzentrationsgebot entsprechend groß flächige Nahversorgungsansiedlungen über 800 Quadratmeter Verkaufsfläche in Ortschaften die nicht im LROP oder in den Re gionalen Raumordnungsprogrammen RROP als Zentraler Ort also Grund Mittel oder Oberzentrum festgelegt waren un zulässig Ab jetzt können in den Regionalen Raumordnungspro grammen RROP durch die Unteren Landesplanungsbehörden das sind die Landkreise die Region Hannover der Zweckverband Großraum Braunschweig ZGB sowie die kreisfreien Städte Em den Wilhelmshaven Osnabrück Oldenburg Delmenhorst sowie die Stadt Göttingen sogenannte herausgehobene Nahversor gungsstandorte festgelegt werden Diese Standorte müssen und das ist hier entscheidend nicht in einem Zentralen Ort liegen Sie sind allerdings in Abstimmung mit den betroffenen Kommu nen festzulegen Zuständig für die Abstimmungsverfahren sind die Unteren Landesplanungsbehörden Jede dieser Landespla nungsbehörde kann für ihren Zuständigkeitsbereich herausgeho bene Nahversorgungsstandorte definieren Mit der Neuregelung soll es vor allem in ländlich strukturierten Räumen zulässig wer den dass an regional günstig gelegenen Standorten großflächige Nahversorgungsmärkte realisiert werden können Eine zweite Änderung bezieht sich auf das Integrationsgebot Gemäß dieser raumplanerischen Zielsetzung waren bislang neue Einzelhandelsgroßprojekte mit zentrenrelevanten Kernsortimen ten beispielsweise Lebensmittel Drogerieartikel Bekleidung Schuhe und Bücher nur innerhalb von städtebaulich integrier ten Lagen zulässig Mit dem Integrationsgebot will die Raumord nung städtebauliche Programme und Aktivitäten zur Vitalisierung der zentralen Versorgungsbereiche in Innenstädten Stadtteilzen tren und Ortskernen unterstützen und fordert die Bereitschaft der Kommunen ein die Innenstädte in ihrer Vielfalt Lebendigkeit und Attraktivität zu erhalten und weiterzuentwickeln Eine Fra ge die hierbei in der Vergangenheit immer wieder zum Zankapfel wurde war Was kann man tun wenn innerhalb integrierter Lagen trotz aller Planungsanstrengungen keine Flächen für die Ansied lung von Nahversorgungeinrichtungen zur Verfügung gestellt werden können obwohl sie nachweislich zur Beseitigung von Ver sorgungsdefiziten erforderlich sind Antwort auf die Frage war bisher Planungsrechtlich konnte man nichts tun denn das Integ rationsgebot ist als Ziel der Raumordnung zwingend einzuhalten Für diese Problematik ist nun im LROP ein Ausnahmetatbe stand neu eingeführt worden Danach können Einzelhandels großprojekte deren Kernsortimente zu mindestens 90 Prozent aus periodischen Sortimenten wie Lebensmittel und Drogeriearti keln bestehen auf der Grundlage eines städtebaulichen Konzep tes auch außerhalb der integrierten Lagen zugelassen werden wenn eine Ansiedlung in den integrierten Lagen aus städtebauli Das neue Landes Raumordnungsprogramm schafft neue Möglichkeiten für die Ansiedlung großflächigen Einzelhandels Ziel ist es die Nahversorgung insbesondere in ländlichen Regionen zu stärken Von Jochen Janßen janssen hannover ihk de Planungshilfe für die Nahversorgung Ausgabe 5 Mai 2017 W IR M AC HE N DA S FÜ R SI E Beratung Planung Abwicklung Preis Leistung Produktions und Lagerhallen Büro und Verwaltungsgebäude Gewerbebau Sonderlösungen Dach und Fassadensanierungen HMS Industriebau GmbH Wülferheide 10 32107 Bad Salzuflen Tel 0 52 22 9 44 99 0 Fax 0 52 22 9 44 99 22 www hms industriebau de Beispielhaft Stankowitz GmbH Diepholz Fingerzeig Künfig soll großflächiger Einzelhandel an ausgewählten Standorten wie hier in Ingeln Oesselse leichter genehmigt werden können 40 Niedersächsische Wirtschaft

Vorschau Niedersächsische Wirtschaft Mai 2017 Seite 40
Hinweis: Dies ist eine maschinenlesbare No-Flash Ansicht.
Klicken Sie hier um zur Online-Version zu gelangen.