Juli august 2015 Kommentiert Junge Flüchtlinge Endlich Ausbildungschance In den vergangenen Wochen ist in einem wichtigen Politikfeld in kurzer Zeit so viel Lobenswertes passiert wie in den vergangenen Jahrzehnten zusammen nicht Jahrzehntelang war es schwierig bis unmöglich Flüchtlinge mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus in eine betriebliche Ausbildung zu nehmen und später zu beschäftigen Wir haben bislang diese Menschen kollektiv in einem Alter in dem man gemeinhin viel lernen und bewegen möchte zwangsweise auf Müßiggang gesetzt Seit kurzer Zeit gibt es eine Wende im Denken einen Grundsatzkonsens aller Beteiligten Wir wollen es Flüchtlingen ermöglichen mit einem gesicherten Aufenthaltsstatus in Ausbildung und dann in Arbeit zu kommen Die Berliner Erklärung der deutschen Kammern formulierte im März die Sicht der Wirtschaft Der Flüchtlingsgipfel von Bund und Ländern im Juni einigte sich Inzwischen legte Bundesministerin Andrea Nahles einen Gesetzentwurf vor der nicht mehr grundsätzlich sondern nur in Einzelheiten kritisch diskutiert wird In Niedersachsen gab es im Vorgriff auf die im Gesetzgebungs verfahren befindlichen Neuregelungen eine Weisung des Innenministers das behördliche Ermessen schon jetzt so auszulegen dass jungen geduldeten Flüchtlingen ein Bleiberecht für die Dauer ihrer Berufsausbildung eingeräumt wird Es ist dringend zu raten dass diese Fachkräfte auch ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten Für die ausbildende Wirtschaft ergibt sich dadurch die nötige Rechtssicherheit ohne die man den jungen Flüchtlingen ein solches Angebot nicht machen kann Noch muss der derzeit schwierige Zugang zu Sprachkursen verbessert werden um das wichtigste Integrationshemmnis zu beseitigen Grundsätzlich gilt aber Richtung und Geschwindigkeit stimmen Deshalb Hut ab Frau Nahles Herr Pistorius und alle Mitwirkenden Die demnächst nicht mehr zwangsweise zur Untätigkeit gezwungenen jungen Flüchtlinge und die nach Fachkräften suchenden Unternehmen werden es Ihnen danken Professor Dr Günter Hirth IHK Hannover IH K Ha nn ov er

Vorschau Niedersächsische Wirtschaft Juli/August Seite 3
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