
Die aktuelle Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Handel 2011... mit Online- und Mobile Payment“ des Kölner EHI Retail Institutes dokumentiert den unvermindert steigenden Kartenanteil an den Zahlungsmitteln im deutschen Handel.
Etwa 144 Mrd. Euro wurden in deutschen Geschäften (ausgenommen Versandhandel, Tankstellen/KFZ-Handel und Apotheken; inkl. Tankstellenshops) im vergangenen Jahr per Karte bezahlt. Das sind 38,4 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes von 375 Mrd. Euro. Während der Anteil der Kartenzahlung weiter eine Aufwärtsentwicklung vollzieht, ist der Anteil der Barzahlung mit 58,4 Prozent (2009: 59,1 %) weiter rückläufig. In der Gunst der Kunden liegt bei den Debitkarten, die insgesamt auf einen weiter gestiegenen Anteil von 32,5 Prozent kommen, EC-CASH/girocard mit einem Anteil von 19,9 Prozent an der Spitze vor der EC-Lastschrift (12,3 %) und Maestro/V PAY (0,3 %). Es folgen mit deutlichem Abstand zu den Debitkarten die Kreditkarten unverändert mit 5,2 Prozent und handelseigene Kundenkarten mit Zahlfunktion (0,7 Prozent). Rechnungs- bzw. Finanzkäufe und sonstige Zahlungen machen zusätzlich 3,2 Prozent aus.
Seit 1994 erfasst das EHI regelmäßig die Umsatzanteile der verschiedenen Zahlungsarten im klassischen stationären Einzelhandel. Damals wurden gerade mal 21 Mrd. von insgesamt 340 Mrd. Euro – das heißt 6,2 Prozent – per Karte bezahlt. Dieser Anteil hat sich heute mehr als versechsfacht und die Tendenz ist steigend.
Die Zahlungsmittelanteile variieren dabei teilweise erheblich in Abhängigkeit von der Branche. Die wichtigsten Spannbreiten:
Die Untersuchung, an der im Zeitraum Februar bis April 2011 (für das Berichtsjahr 2010) insgesamt 448 Unternehmen aus 32 Einzelhandelsbranchen beteiligt waren, dokumentiert die weitere Entwicklung der verschiedenen Zahlungsmittelanteile, geht auf Verbreitung, Einschätzung und Perspektiven von Electronic cash/girocard, und Maestro/V PAY sowie auf Art, Ausfälle, Perspektiven, Marktanteile, Kosten und Chipmigration beim EC-Lastschriftverfahren ein. Behandelt werden auch Umsatzanteile, Disagien, Akzeptanz, Perspektiven und PCI-Umsetzung bei Kreditkarten und Verbreitung, Einschätzung und Perspektiven bei handelseigenen Kartenlösungen sowie Internet-Bezahlverfahren. Weitere Themen: Technische Ausstattung, Investitionspläne, kontaktloses und mobiles Zahlen sowie Sonderbereiche wie SEPA und Erfahrungen zur Systemstabilität. Auch werden Terminalanbieter und EC-CASH/girocard-Netzbetreiber, ec-Lastschrift-Dienstleister und Kreditkarten-Acquirer aufgeführt. Die teilnehmenden Unternehmen repräsentieren mit einem Bruttoumsatz von 197,9 Mrd. Euro ca. 53,5 Prozent des Einzelhandelsumsatzes i. e. S.
Die Totalausfälle beim ec-Lastschrift-Verfahren liegen unverändert auf niedrigem und in 2010 noch leicht gesunkenem Niveau (von 0,065 auf 0,060 Prozent). Auch die Rücklastschriftquote ist leicht von 0,240 Prozent auf 0,224 Prozent zurückgegangen.
Insgesamt ist unter den Teilnehmern an der Umfrage die Zufriedenheit mit EC-CASH/girocard gesunken, da es eine deutliche Zunahme an „sonstigen Problemen“ (z. B. schlechte Lesequalität Magnetstreifen im Vergleich mit dem Chip; Chipkartendefekte, Probleme mit bestimmten Terminaltypen, defekten Chiplesern, Startschwierigkeiten mit Netzbetreiber nach Umstellung T. A. -7.0) gegeben habe, während die Beschwerden wegen langer Systemantwortzeiten und wegen Ausfällen bei der Verfügbarkeit des Systems rückläufig gewesen seien.
Den Prognosen der Autoren zufolge wird der Umsatzanteil kartengestützter Zahlungen an den Zahlungsarten bis zum Jahr 2015 auf ca. 41 Prozent steigen. Einflüsse durch neue Bezahlmedien (kontaktlos ohne Karte, mobiles Bezahlen etc.) seien dabei noch nicht berücksichtigt. Der Anteil der Debitkarten am gesamten kartengestützten Umsatz werde bis 2012 auf 85,6 Prozent ansteigen.
Als aussichtsreichste neue Technologien werden laut einer Befragung von SB-Warenhäusern, Baumärkten, SB-Möbel- und Elektronikfachmärkten mit großem Vorsprung (und wachsenden Anteilen gegenüber der Umfrage in 2010) die kontaktlose Bezahlfunktion auf Mobilgeräten (Handy, iPhone, PDA etc.) und mit nur geringem Abstand dahinter die kontaktlose Bezahlkarte erachtet. Mit erheblichem Abstand und jeweils rückläufigen Anteilen folgen die Fingerprint-Identifikation, multifunktionales Self-Payment und Sign-Pad.
Die 80-seitige Studie „Kartengestützte Zahlungssysteme im Handel 2011 ... mit Online- und Mobile Payment“ (ISBN 978-3-87257-371-1) kann zum Preis von 495 Euro inkl. USt. (versandkostenfrei) im EHI-Shop bezogen werden. Mitglieder des EHI erhalten die Studie kostenfrei im Downloadbereich.
Ansprechpartner beim EHI ist Horst Rüter, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Forschungsbereich Zahlungssysteme, Tel. (0221) 57993-54; E-Mail: rueter(at)ehi.org, Internet: www.ehi.org
IHK Hannover, Schiffgraben 49, 30175 Hannover, Telefon (0511)31 07-0, Telefax (0511)31 07-333
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