Nachdem die Industrie- und Handelskammern erstmals 2008 die Innovationstätigkeit deutscher Unternehmen untersuchten, ist nun der zweite Report für 2011 veröffentlicht worden. Im Rahmen der Studie wurden im Mai und Juni des vergangenen Jahres rund 1100 innovationsstarke Unternehmen befragt. Demnach bleibt die Innovationsdynamik deutscher Unternehmen ungebrochen. Die Unternehmen arbeiten weiter hart an ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Knapp 51 Prozent aller Betriebe geben an, ihre Innovationsanstrengungen in den nächsten zwölf Monaten zu erhöhen, 46 Prozent planen keine Veränderung und lediglich drei Prozent müssen eine Verringerung oder Streichung von Innovationsaktivitäten vornehmen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies allerdings eine Eintrübung. Damals hatten noch knapp 60 Prozent der Unternehmen mit ausgeweiteten Innovationsbudgets geplant, lediglich knapp 39 Prozent gingen von unverändertem Innovationsverhalten aus. Die weiterhin expansiven Innovationspläne der Betriebe zeugen von der immer noch vorherrschenden Geschäftszuversicht, und den insgesamt noch als gut eingeschätzten Rahmenbedingungen für Forschung, Entwicklung und Innovation am Standort Deutschland.
Weitere Ergebnisse der Unternehmensbefragung im Überblick:
- Mangel an Spezialisten schlägt auf Innovationsfähigkeit durch: Der Ausbau der Fachkräftebasis ist, wie bei der Vorjahresumfrage, das zentrale Anliegen der Unternehmen zur Verbesserung des Innovationsstandortes Deutschland. Knapp 56 Prozent der Betriebe fordern dies. Gut 57 Prozent der innovationsaktiven Unternehmen berichten bereits aktuell von Beeinträchtigungen durch den Mangel an Spezialisten. Diese deutliche Einschränkung des Innovationspotenzials der deutschen Unternehmen wird mittelfristig Bestand haben – gerade vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Die Unternehmen reagieren mit einer breiten Palette von Aktivitäten auf die vorhandenen Fachkräfteengpässe, müssen und werden diese in Zukunft aber weiter ausbauen.
- Lage bei Innovationsfinanzierung spitzt sich zu: Nur noch neun Prozent aller Unternehmen berichten von verbesserten und 57 Prozent von gleichbleibenden externen Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Innovationsprojekte im Vergleich zum Vorjahr, 35 Prozent hingegen von Verschlechterungen. Dabei geben mittlerweile 23 Prozent aller Betriebe an, keine externe Finanzierung für ihre Innovationsprojekte erhalten zu können. Dies bedeutet in der Rückschau seit 2009 eine kontinuierliche Verschlechterung der Finanzierungsmöglichkeiten für Innovationsprojekte. Die angespannte Finanzierungssituation trifft KMU noch härter als größere Unternehmen und verdeutlicht die Bedeutung einer soliden Eigenkapitalausstattung – 56 Prozent der Betriebe finanzieren ihre Innovationsprojekte demnach überwiegend aus dem Eigenkapital.
- Gute Noten für die deutsche Forschungsförderung: Ein knappes Drittel der Unternehmen hat in den vergangenen drei Jahren ein Förderprogramm des Bundes bzw. der Länder in Anspruch genommen. Dabei werden Bundes- und Länderprogramme gleichermaßen nachgefragt. Gut 80 Prozent der Betriebe geben an, jeweils gute bis sehr gute Erfahrungen damit gemacht zu haben und stellen der staatlichen Förderung damit ein grundsätzlich gutes Zeugnis für aus. Mit Blick auf die europäische Forschungsförderung zeigt sich indes ein anderes Bild. Die Unternehmen bewerten diese deutlich schlechter. Während lediglich 15 Prozent mit deutschen Bundes- und Landesprogrammen schlechte Erfahrungen gemacht haben, beurteilen 30 Prozent Europäische Programme, negativ bis sehr negativ.
- Mangelnde Technologiefreundlichkeit wird zum ernsten Innovationshemmnis: Für 31 Prozent der Betriebe hat die Förderung einer technologieoffenen Gesellschaft für den Innovationsstandort Deutschland eine sehr hohe Priorität – bei den größeren Unternehmen (47 Prozent) sogar noch mehr als für KMU (27 Prozent).
Die Ergebnisse der Studie finden Sie HIER (PDF-Datei).
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Christian Treptow, E-Mail: treptow(at)hannover.ihk.de
11.01.2012
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