In Industrie-, Gewerbe- und Bürogebäuden können laut ZVEI ca. 11 Mrd. kWh durch energieeffiziente Beleuchtung eingespart werden. Erste Erfolge können bereits durch geringinvestive Maßnahmen erzielt werden. Größere Potenziale lassen sich beim Austausch oder der Neuplanung von Anlagen erschließen.
Die IHK Hannover hat im Folgenden einige wichtige Maßnahmen zur effizienten Beleuchtung zusammengestellt.
Nutzerverhalten
- In Räumen, in denen sich länger als zehn Minuten niemand aufhält, sollte die Beleuchtung ausgeschaltet werden.
- Schalten Sie die Beleuchtung nur dann ein, wenn es nötig ist und vermeiden Sie doppelte Beleuchtung (Deckenleuchte + Schreibtischleuchte). In der Regel reicht meist eine Lichtquelle aus. Eine ausreichende Grundausleuchtung des Raumes sollte aber weiterhin gegeben sein.
Organisatorische Maßnahmen
- Nutzen Sie getrennte Schalter für verschiedene Lichtleisten und beschriften Sie die Schalter, damit Leuchten nicht unnötig an- und ausgeschaltet werden.
- Reduzieren Sie die Lampen, wenn der Helligkeitsrichtwert überschritten wird.
- Die Betriebszeit der Hauptbeleuchtung sollte den jahreszeitlichen Anforderungen angepasst sein.
- Überprüfen Sie Bewegungsmelder und Sensoren regelmäßig auf Ihre Funktionstüchtigkeit.
- Durch eine regelmäßige Reinigung von Lampen und Reflektoren wird die Lebensdauer erhöht und es können bis zu 10 Prozent an Energie bei steuerbaren Systemen eingespart werden.
Gering Investive Maßnahmen
- Herkömmliche Glühlampen können durch Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) ersetzt werden. Hierbei können bis zu 80 Prozent Energie eingespart werden.
- Herkömmliche Leuchtstoffröhren (z. B. T12 mit 38 mm Durchmesser) sollten durch Effizientere (z. B. T8 mit 26 mm Durchmesser oder besser T5 mit 16 mm) ersetzt werden. Bei einem Wechsel auf T5 Leuchtstoffröhren sind besondere Leuchten oder der Einsatz eines Adapters erforderlich sein. Das Einsparpotenzial liegt zwischen 15 und 25 Prozent.
- Die Zu- und Abschaltung der Beleuchtung kann durch Bewegungsmelder, Präsenzmelder, Dämmerungsschalter, Treppenhausautomatik oder Zeitschaltuhren ausgeführt werden.
Investive Maßnahmen
- Durch den Austausch eines konventionellen Vorschaltgerätes bei Leuchtstofflampen gegen ein elektronisches Vorschaltgerät lässt sich die Verlustleistung von 13 auf 5 Watt je Vorschaltgerät reduzieren. Zudem erhöht sich die Lebensdauer der Lampe um ca.50 Prozent.
- Die Lichtausbeute kann z. B. durch Nachrüstung eines Reflektors bei Leuchtstofflampen erhöht werden. Somit kann die erforderliche Beleuchtungsstärke durch weniger Lampen erreicht werden.
- Durch die Optimierung der Fenster und des Gebäudes zu einer maximalen Tageslichtnutzung kann z. T. auf künstliche Beleuchtung verzichtet werden. Zudem bietet sich die tageslichtabhängige Dimmung der Beleuchtung an – Einsparpotenzial zwischen fünf und 40 Prozent.
- Der Austausch von Quecksilber-Hochdrucklampen durch Halogen-Metalldampflampen erhöht die Lichtausbeute um ca. 50 Prozent. Dadurch kann die Anzahl der Lampen reduziert werden.
Bei der Ermittlung von Einsparpotenzialen in Ihrem Unternehmen und bei der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen sollten Fachleute eingebunden werden. Eine Energieeffizienzberatung im Rahmen des Sonderfonds Energieeffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen wird zum Beispiel von der KfW mit 80 Prozent bezuschusst.
Im Rahmen einer kostenlosen Energie-Erstberatung stellen wir Ihnen Effizienztechnologien und Förderprogramme vor und zeigen weitere Schritte zu mehr Energieeffizienz auf.
Angebote der IHK Hannover:
Sonderfonds Energieeffizienz in KMU
Kostenlose Energie-Erstberatung
Weiterführende Informationen im Internet:
Internetplattform zum Thema Licht
Broschüre „Effiziente Beleuchtung: Konsequent Kosten senken“ (dena)
Leitfaden „Effiziente Lichtsysteme: Energie sparen – Klima schützen – Kosten senken“ (LFU)
Ansprechpartner: IHK Hannover, Industrie und Verkehr, Sebastian Heyde, Tel. 0511/3107-412, heyde(at)hannover.ihk.de
Stand: 28.07.2010