
Seit dem 1. Juni 2006 gibt es den neuen Europass. Der Europass öffnet Türen zum Lernen und Arbeiten in Europa. Seine unterschiedlichen Bausteine ermöglichen eine EU-weit nachvollziehbare Dokumentation und Darstellung von im In- und Ausland gemachten Erfahrungen. Dabei vermittelt er ein umfassendes Gesamtbild der Qualifikationen und Kompetenzen einzelner Personen und erleichtert die Vergleichbarkeit im europäischen Kontext.
Der neue Europass präsentiert persönliche Fähigkeiten, Kompetenzen und Qualifikationen in verständlicher und nachvollziehbarer Form. So kann jeder sich für seine Bewerbung den Europass Lebenslauf oder den Europass Sprachenpass online erstellen und abspeichern.
Der Europass Mobilität tritt an die Stelle des bisherigen Europapass Berufsbildung. Er umfasst Inhalte, Ziel und Dauer des konkreten Lernaufenthaltes im Ausland. Dieses Instrument des Europasses wird von den Industrie- und Handelskammern ausgegeben.
Der Europass Diplomzusatz und die Europass Zeugniserläuterung sind wiederum im Internet verfügbar. Sie sorgen für eine bessere Vergleichbarkeit von Abschlüssen aus Studium und Beruf.
Damit enthält der neue Europass über den Mobilitätsnachweis hinaus im Unterschied zu seinem Vorgänger weitere nützliche Instrumente: Er integriert das Standardmuster eines europäischen Lebenslaufs; mit dem Sprachenportfolio bietet er ein Raster, mit dem der Beschäftigte seine Fremdsprachenkenntnisse präzise angeben kann; die Diplomerläuterung erklärt den Universitätsabschluss sowie das Hochschulwesen des jeweiligen Landes. Die Zeugniserläuterung soll jedes einzelne Profil aller europäischen Berufsbildungsabschlüsse in Aus- und Weiterbildung darstellen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung will diese Erläuterungen für die deutschen Abschlüsse in naher Zukunft vorlegen.
Der Europass ist damit ein kleiner, aber möglicherweise wichtiger Schritt für das Zusammenwachsen der europäischen Arbeitsmärkte. Denn nun macht der Europass die erlangten Kompetenzen und Abschlüsse länderübergreifend verständlich. Das war lange nicht der Fall. Die Einschätzung eines fremdländischen Zeugnisses konnte von dem jeweiligen Arbeitgeber nur schwer vorgenommen werden, auch wenn eine Übersetzung vorlag. Die Bildungssysteme und -traditionen in Europa sind zu unterschiedlich, um aus einem Zeugnis ersehen zu können, was der Inhaber kann und was nicht. Somit fügt sich der Europass in die Planungen der EU ein, die Bildungssysteme vergleichbarer und verständlich zu machen. Das soll mit der Entwicklung eines Europäischen Qualifikationsrahmens und einem europäischen Leistungspunktesystem zukünftig noch weiter vorangetrieben werden.
Der neue Europass ist für Unternehmen besonders für die Einstellung, die Auftragserteilung und die Karriereplanung geeignet. Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird eine unternehmerische Strategie darin bestehen, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren. Um die Kandidaten suchen und auch auswählen zu können, bedarf der einzelne Unternehmer bzw. Personalentwickler eines Standardinstruments, das überall in Europa gleich aussieht und angewandt wird. Größere Unternehmen können den Europass nutzen, da für bestimmte Elemente des Kompetenzprofils der Nachwuchskräfte eine geeignete Dokumentationsform existiert; das bietet sich beispielsweise für die Sprachkenntnis und auch für Auslandsaufenthalte an.
Informationen zum Europass, darunter auch Antworten auf häufig gestellte Fragen, stehen im Internet unter www.europass-info.de.
IHK Hannover, Schiffgraben 49, 30175 Hannover, Telefon (0511)31 07-0, Telefax (0511)31 07-333